Redaktion als Pipeline
MCC AI Weekly erscheint donnerstags in englischer Sprache für Führungskräfte. Quellenauswertung, Bewertung, Texten und Versand laufen automatisiert in n8n. Von Hand bleiben zwei Entscheidungen — bewusst.
Worum es geht
Der Newsletter richtet sich an Menschen, die über den Einsatz von KI entscheiden. Nicht „Modell X ist verfügbar“, sondern was eine Entwicklung für Organisation, Verträge und Personalplanung bedeutet. Jedes Insight endet mit einem „So what“ — einer Empfehlung, die eine Entscheidung adressiert.
| Rubrik | Was darin steht | Herkunft |
|---|---|---|
| Insights | Studien, Datenlagen, begründete Thesen — Befunde, die auch nächsten Monat noch gelten. | automatisch vorgeschlagen |
| Weekly Short News | Kurzmeldungen aus der KI-Welt der Woche, kompakt zusammengefasst. | automatisch vorgeschlagen |
| AI Player of the Week | Ein Unternehmen oder Werkzeug im Kurzportrait — mit Urteil, für wen es taugt und für wen nicht. | redaktionell gesetzt |
| Tip of the Week | Etwas, das Leserinnen und Leser selbst umsetzen können. | redaktionell gesetzt |
Der Wochenlauf
Der Rhythmus ist die Architektur. Blau markierte Schritte laufen ohne Zutun, die beiden ockerfarbenen sind Handarbeit.
Läuft durchgehend
Von der Quelle zur Ausgabe
Aus mehreren hundert Fundstücken pro Tag wird eine Ausgabe mit rund einem Dutzend Beiträgen. Der Trichter ist bewusst eng.
Fünf Fachfeeds werden abgerufen; rund zwei Dutzend abonnierte Branchen-Newsletter laufen in ein eigenes Postfach. Eine Filterregel trennt Quellmaterial von Leserantworten — nur der Quellordner wird ausgelesen. Einmal wöchentlich durchsucht ein eigener Workflow zusätzlich gezielt ausgewählte Firmenseiten nach neuen Studien.
RSS · IMAP · WebsucheZeitfenster, Stichwörter und eine Kappung je Quelle reduzieren die Rohmenge, bevor Rechenzeit anfällt. Aus etwa 230 Feed-Einträgen bleiben einstellige Kandidatenzahlen.
n8nEin Sprachmodell prüft jeden Kandidaten gegen ein schriftlich festgelegtes Redaktionsstatut: Trägt der Beitrag einen Befund, der eine Führungskraft anders entscheiden lässt? Ergebnis sind Titel, Kurzfassung, Rubrik und eine Bewertung. Nur was die Schwelle reißt, wird aufgenommen.
Claude APIAngenommene Beiträge landen in einer Tabelle — ein Blatt je Rubrik. Sie ist zugleich Arbeitsvorrat und Bedienoberfläche: Ein Beitrag lässt sich für eine spätere Woche vormerken, statt ihn zu früh zu verbrauchen.
Google SheetsMontags zeigt ein Formular die stärksten Kandidaten je Rubrik, dazu ältere Beiträge aus dem Bestand. Was nicht gewählt wird, bleibt erhalten — eine schwache Woche kann auf den Vorrat zurückgreifen.
n8n FormularJe Beitrag entsteht der fertige Abschnitt samt „So what“, danach in einem zweiten Durchgang die Klammer der Ausgabe: Titel, Vorschauzeile, Einleitung. Zusätzlich entstehen zwei redaktionelle Illustrationen — ein Titelbild für die Ausgabe und eines für den wichtigsten Beitrag der Woche. Das Ergebnis wird in eine tabellenbasierte E-Mail-Vorlage gesetzt, die auch in älteren Mailprogrammen trägt.
Claude API · Bildgenerierung · HTML-VorlageEine Testmail geht an die Redaktion, die Kampagne wird als Entwurf angelegt — ohne Termin, damit nichts ungewollt hinausgeht. Erst die Freigabe im Versandsystem löst den Versand aus. Danach wird die Ausgabe archiviert.
BrevoEin KI-Modell erzeugt pro Ausgabe genau zwei Illustrationen — ein Titelbild für die ganze Ausgabe und eines für den wichtigsten Beitrag der Woche. Beide folgen einer festen Bildsprache: ruhige, museale Objektkompositionen statt Roboter, Dashboards oder generischer KI-Ästhetik. Schlägt eine Erzeugung fehl, geht die Ausgabe trotzdem hinaus — mit dem festen Titelbild oder ganz ohne Bild, nie verzögert.
Die Maschinerie
Jeder Workflow hat einen Auslöser und eine Aufgabe. Kein Workflow greift in die Zuständigkeit eines anderen ein — das macht Fehler auffindbar.
Ein Werkzeug, mit dem sich Abläufe zwischen Diensten zusammenstecken lassen: Ein Auslöser startet eine Kette von Schritten — eine Uhrzeit, eine eingehende Mail, ein Formular. Jeder Schritt liest, wandelt oder übergibt Daten. Was sonst als kleines Programm geschrieben und betrieben werden müsste, ist hier ein sichtbarer, protokollierter Ablauf.
n8n ist der Taktgeber des Newsletters. Es ruft die Quellen ab, stößt die KI-Bewertung an, pflegt den Redaktionsvorrat, liefert das Auswahlformular aus, baut die fertige Ausgabe und trägt nach dem Versand den Status nach. Jeder Lauf wird protokolliert — schlägt ein Schritt fehl, ist nachvollziehbar welcher.
Die Instanz läuft auf einem eigenen Server. Quelltexte, Redaktionsdaten und Zugangsdaten zu den angebundenen Diensten bleiben damit unter eigener Kontrolle und verlassen die Umgebung nicht.
| Workflow | Auslöser | Aufgabe | Art |
|---|---|---|---|
| Anmeldung | Webhook | Nimmt das Formular der Website entgegen, prüft auf Bots und meldet die Adresse zur Bestätigung an. | automatisch |
| Content-Ingest | täglich 07:00 + Posteingang |
Ruft Feeds ab, liest neue Quell-Mails, filtert vor, lässt bewerten und schreibt in den Vorrat. | automatisch |
| Vorschläge anreichern | täglich 06:00 | Ergänzt von Hand eingeworfene Links um Titel und Kurzfassung — es genügt, eine URL einzutragen. | automatisch |
| Websuche-Entdeckung | Montag 06:00 | Sucht wöchentlich gezielt nach neuen Studien ausgewählter Forschungshäuser und speist geeignete, als recherchiert gekennzeichnete Funde in den Vorrat. | automatisch |
| Montagseinladung | Montag 08:00 | Meldet den Bestand und verlinkt das Auswahlformular. Prüft den Link vor dem Versand selbst. | automatisch |
| Kuratierungsformular | Formularaufruf | Zeigt Kandidaten je Rubrik, schreibt die Auswahl samt Ziel-Kalenderwoche zurück. | bedient |
| Produktion | Start von Hand | Texte und zwei redaktionelle Illustrationen erzeugen, HTML bauen, Testmail, Kampagnenentwurf, Archiveintrag. | gestartet |
| Versand nachtragen | täglich 12:00 | Erkennt am Versanddatum der Kampagne, dass die Ausgabe raus ist, und markiert die Beiträge als versendet. | automatisch |
Die Produktion prüft jede Quell-URL, bevor Rechenzeit anfällt, und bricht ab, wenn ein Link nicht versandfähig ist. Die Kampagne entsteht ohne Sendetermin, damit ein Lauf nichts auslösen kann. Die Montagseinladung prüft ihren eigenen Formularlink und schreibt eine Warnung, statt einen toten Link zu verschicken. Der Nachtrag rührt nur die Statusspalte an und schreibt nur, wenn sich wirklich etwas ändert.
Datenschutz
Der Versand hätte sich auch selbst bauen lassen. Genau das wäre der größte Einzelaufwand des Projekts gewesen — und der fehleranfälligste Teil, weil an ihm Rechtspflichten hängen. Brevo bringt sie fertig mit.
Eine Plattform für E-Mail-Marketing, früher unter dem Namen Sendinblue. Sie verwaltet Empfängerlisten, verschickt Kampagnen an viele Adressen zugleich und kümmert sich um alles, was daran hängt: Bestätigungsmails, Abmeldungen, unzustellbare Adressen, Zustell- und Öffnungsstatistiken.
Für den gesamten Kontakt zu den Empfängern. Die Anmeldung auf der Website meldet die Adresse dort an, Brevo verschickt die Bestätigungsmail und trägt erst nach dem Klick ein. Der Versand der fertigen Ausgabe läuft ebenfalls darüber, samt Abmeldelink in jeder Mail. Empfängeradressen liegen ausschließlich hier — nicht in der Redaktionsumgebung.
Bestätigungsverfahren, rechtssicherer Abmeldelink, Umgang mit Rückläufern und der Nachweis der Einwilligung wären zusammen der größte Einzelaufwand des Projekts — und der Teil, an dem Fehler rechtliche Folgen haben. Der genutzte Tarif ist kostenfrei und deckt den Bedarf; laufende Fixkosten entstehen nicht.
Betreiber ist die Brevo GmbH mit Sitz in Berlin, die Verarbeitung findet in der EU statt. Damit entfällt die Diskussion um Drittlandtransfers, die bei US-Anbietern zusätzliche Garantien erfordert.
Der Vertrag ist Bestandteil der Nutzungsbedingungen und mit deren Annahme wirksam — kein separater Abschluss nötig, aber dokumentiert vorhanden.
Nach der Anmeldung geht eine Bestätigungsmail hinaus; eingetragen wird nur, wer den Link darin anklickt. Die Bestätigung wird am Kontakt gespeichert und ist damit die Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a — belegbar, nicht behauptet.
Der Abmeldelink ist Pflichtbestandteil jeder Mail und wird beim Versand eingesetzt. Ein Klick genügt; die Abmeldung wirkt sofort und ohne Rückfrage.
Erhoben wird die E-Mail-Adresse, sonst nichts. Kein Name, keine Firma, keine Profilbildung. Rückläufer und Abmeldungen verwaltet der Versender selbst.
Empfängerdaten liegen ausschließlich beim Versanddienst. Die Redaktionsdaten — Quellen, Bewertungen, Entwürfe — liegen getrennt davon und enthalten keine personenbezogenen Daten von Abonnenten.
Die Reichweitenmessung lädt erst nach aktiver Einwilligung über das Cookie-Banner — vorher wird nichts geladen und nichts gesetzt. Das Anmeldeformular schickt die Adresse an einen eigenen Endpunkt, der sie prüft und an den Versanddienst übergibt; ein verstecktes Feld fängt automatisierte Eintragungen ab.
Grenzen der Automatisierung
Beide verbliebenen Eingriffe ließen sich technisch automatisieren. Sie bleiben, weil an genau diesen Stellen ein Mensch die Ausgabe sieht, bevor sie hinausgeht.
Ein Modell kann bewerten, ob ein Beitrag zum Statut passt. Ob eine Ausgabe als Ganzes trägt — ob sie nicht dreimal dieselbe Geschichte erzählt, ob die Mischung stimmt — ist eine redaktionelle Entscheidung.
Der Lauf kostet Rechenzeit und erzeugt eine versandfertige Kampagne. Er beginnt deshalb mit einem Klick — und endet mit einem Entwurf, nicht mit einem Versand. Die Freigabe ist ein zweiter, getrennter Schritt.
Jeder Schritt, der etwas nach außen tut — eine Mail, eine Kampagne, ein Eintrag in die Tabelle — meldet das Ergebnis zurück. Schlägt ein Teil fehl, bricht der Lauf mit einer Meldung ab, die den Ort und die nötige Korrektur benennt, statt still ein halbes Ergebnis zu hinterlassen.